Dez08

Das sind allerdings Neuigkeiten. Wie in der aktuellen Presse zu lesen ist (Winfuture, Horizont oder textberater und natürlich IVW) gilt die Page Impression nicht mehr als übergeordnete Referenz für das Messen und Vergleichen von Internetseiten nach Richtlinien der IVW und AGOF.
Bisher galt jeder Aufruf einer Seite bzw Unterseite als einzelne Page Impression und wurde zu einem gültigen Webseitenvergleich ehrangezogen. So schafften es Communities bzw Bildergallerien in die Topränge der Webseiten, da diese mit unheimlich hohen Impressions beeindrucken konnten (Wenn man 30 Bilder pro Minute aufgerufen hat, waren das 30 Impressions!!).

ivw_visit_pi

Nun hat sich die IVW dafür entschieden, diesen Maßstab nicht mehr zu verwenden, sondern als Hauptreferenz die sogenannten Visits zu nehmen.
Ein Visit ist anfänglich gleichbedeutend mit einer Impression, sobald allerdings weitere Aufrufe auf der gleichen Domain erzeugt werden, werden diese nicht mehr gezählt sondern als gesammter Besuch gewertet. Die höchste Referenz und das Ziel jedes Werbetreibenden im Internet sind die Unique User, welche generell nur einmal innerhalb der Messperiode gezählt werden. Die genauen Definitionen findet ihr in dem unten stehenden Dokument der IVW.

Was hat das nun für Folgen?
Die sich bereits drehende Preisschraube wird nun noch einmal angezogen. Viele Webseiten haben sich immer weiter in die Richtung optimiert, ein gutes Mittelmaß zwischen Page Impressions und Useability zu finden. Das heißt nichts anderes, als das sich jeder Webmaster gefragt hat, wie oft man den User klicken lassen kann, bis er keine Lust hat, sich zu seinem eigentlichen Ziel zu klicken.
Beispiel: Ein User will sich einen Artikel einer renommierten Zeitschrift im Internet aufrufen und befindet sich auf der Homepageseite (www.startseite.de). Dort existiert ein Link der den User vermeindlich zu dem gewünschten Artikel führt … nachdem der User nun geklickt hat (und eine weitere Page Impression erzeugt hat) kommt er auf eine Art Previewseite, wo er weitere Werbung sieht und einen größeren Ausschnitt des Textes lesen kann, mit dem Zusatz “Den vollen Artikel finden Sie hier” … eine weitere Impression später, liest der Benutzer den gesammten Artikel.
Anstatt direkt auf den Artikel zu verlinken, konnte der Webseitenbetreiber nun mehr oder minder geschickt eine weitere Impression erzeugen, gut für die Statistik, gut für das Geld.

Nach der “neuen” Methode zählt nun quasi eine Uhr 30 Minuten runter, und alles was der User auf der Seite macht produziert zwar Impression, ist aber für einen Webseitenvergleich nicht mehr relevant. So kann nun zum Beispiel eine Bildergallerie 4000 Impressions pro 30 Minuten haben, die von einem User erzeugt werden – im Webseiten vergleich ist die Seite aber genau so viel Wert wie eine Webseite die in der Zeit nur 1 Impression erzeugt hat.

Sobald die Werbetreibende Industrie das wirklich mitbekommt, wird es zu einem großen Geschiebe und Gezerre bei den Vermarktern kommen, da nun viele Webseiten neu betrachtet werden müssen.

Von Manuel
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