Dez 22
Digital

Das ich in der Medienszene arbeite und mein Geld mit Werbung verdiene, ist nichts neues. Dadurch das die Grundform der Werbung im Internet der Banner ist und dieser auch allgegenwärtig ist, sollte diese Form von Werbung auch keinen mehr überraschen.

Wenn man allerdings den wirklich ätzenden übergroßen Layerads entfliehen will, kann man entweder die Seite wechseln oder sich eines Werbeblockers bedienen. Der Werbeblocker wird heutzutage von Antivirenprogrammen wie Kaspersky oder Norton als Internetsuite mitgeliefert … man kann sich aber auch der kostenlosen und sehr effektiven Variante des Adblock Plus bedienen, welches nur ein kleines Firefox Addon ist.

Wie funktioniert Adblock Plus ?

Ohne wirklich ins Detail zu gehen kann man sagen das Adblock die zu ladene Webseite auf werbungsspezifische Signalwörter scannt und sobald eines entdeckt wird, dieses gegen ein leeres oder 1×1 großes Pixel ausgetauscht wird.
Als Beispiel: Wenn auf der Seite ein Banner geladen wird mit dem Namen “Werbung.jpg” identifiziert das Script das Wort “Werbung” und tauscht die zu ladene Datei gegen das oben erwähnte nicht sichtbare Pixel aus.

Da Werbung einen Teil der Einkünfte von Webseiten ausmacht, sind Adblocker natürlich in der Werbeszene richtig unbeliebt. Auch ich habe das allübliche Google Adsense und noch weitere Scripte auf meiner Seite eingebunden.

Was kann man nun dagegen tun ?

Einfachste Methode wäre den Benutzer der Seite darauf hinzuweisen, das er doch keine Blocker benutzen soll (was quasi niemals funktioniert).
Man kann versuchen die Art der Einbindung auf der Webseite zu ändern. Das heißt, das man entsprechende Signalwörter nicht benutzt.
Einfaches Beispiel: Anstatt das Div in dem die Werbung angezeigt wird mit der id “Werbung” zu definieren, sollte man alternative Identifikatoren auswählen … “Pfefferminz” .. oder irgend ein anderes Wort, welches keine Verbindung zur Werbung hat.
Dieses klappt allerdings auch nur bedingt, da jederzeit ein neuer Filter angelegt werden kann. Sollte ein Dienst wie google “Adsense” in “pixelads” umbennen, wird dieses von den Programmen im nächsten Update wieder behoben und man müsste das Umbennen wieder von vorne beginnen.

Ad Block Detection

Da ja ein wirkliches “blocken” nicht stattfindet, sondern sich nur der Inhalt ändert, bzw versteckt wird, kann man dieses Wissen weiter nutzen.

Wenn wir einen Werbeplatz haben wie zum Beispiel:

Hier setzt dann auch der Adblocker an. sobald entweder das Signalwort “Werbeplatz” oder der Inhalt des Adserverscriptes (hier setzt zu 99% der Trigger ein) wird der Inhalt “geblockt”.

Um nun auf technischer Ebene erkennen zu können, das die Werbung geblockt wird, brauchen wir ebenfalls einen Trigger.
Wie soll das funktionieren?
Ist wirklich einfach – hier gibt es auch verschiedene – ich bin faul und nehme mir einfach die Größe der ausgelieferten Werbung. Mit der einfachen Idee, das eine ausgelieferte Werbung ein Größe haben muss, kann man erkennen, ob die Werbung geblockt wurde oder nicht.

Window.onDomReady(TestPage);
function TestPage() {
if ($E(".Werbeplatz iframe").clientHeight == 0)
alert("Na toll .. du blockst die Werbung!");
}

Hierfür wird mit dem DOM Model bzw den Mootools die Größe der Werbung kontrolliert und danach eine Meldung ausgegeben. Ist wirklich simpel.
Man kann natürlich hier auch anstatt einer Nachricht auf eine vorgefertigte Seite umleiten, auf der erklärt wird, wie man den Blocker speziell für diese Seite ausgeschaltet werden kann.
Aber wie auf dem Blog des Entwicklers von Adblog Plus zu lesen ist .. versucht er auch gegen die Erkennung etwas zu unternehmen.
Die Art und Weise der Erkennung von Adblock ist so dynamisch wie das Plugin selber. Man kann versuchen einen Weg über Actionscript und Flash zu gehen, über Serverseitig ausgeführte Skripte oder noch viele andere Wege… am Ende läuft es immer darauf hinaus, das ein Teil der Werbung blockiert bleibt.
Ebenfalls kann man die Werbung weiterhin Userinitiated anzeigen lassen, wie es auf vielen Videoplatformen momentan Mode ist. Das heißt, der User möchte sich etwas anzeigen lassen und aktiviert einen Link. Dieser Link führt aber zu erst zu einer Werbung und erst dann zu dem Ziel des Users.
Ich persönlich halte das nicht für sinnvoll. Ich hab mir viele Videos angesehen und nicht einmal an www.pokerirgendwas.de teilgenommen.

Was kann man denn nun tun ?

Die meiner Meinung nach einzige Strategie die bleibt, ist die indirekte Lösung.
Wir können davon ausgehen, das prozentual die Menschen, die FF und einen Werbeblocker einsetzen zu 0% auf eine Werbung klicken.
Die User gehen der Werbung verloren. Diese würden sehr wahrscheinlich auch nicht auf Werbung klicken, wenn die USer die Werbung sehen würden.

Wenn man den Content den Usern weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen möchte, bleibt einem nur eine Restriktion des Contents oder eines weiteren Service. Als Beispiel:
Sollte via Adblockdetector erkannt werden, das der User sich keine Werbung anzeigen lässt, werden die Geschwindigkeiten für die Webseite heruntergeregelt (hilfreich bei kostenlosen Downloadseiten).

Eine Lösung für jede Webseite wird es niemals geben können. Es sollte auch nicht dazu führen, das die Werber versuchen die Werbeblocker zu umgehen, welches zum Kleinkrieg zwischen Werbern und Antiwerbern führt (da können wir lieber gemeinsam eine Alternative für Werbung herausfinden).

Sehr interessant finde ich den Ansatz, das man eine bestimme Anzahl von Werbung auf einer Seite blockiert (sich quasi auf einen Webseitenbausatz für Werbung einigt). Google hat damit angefangen, das nur maximal 3 Banner auf einer Seite gleichzeitig gezeigt werden dürfen.
Absolut richtig und auch gut – aber bei 50 Werbeaffiliateprogrammen x 3 Plätze .. da komme ich wieder auf 100% Werbung und 0% Content. Das kann und darf nicht Sinn der Werbung sein.
Jeff Atwood hat sehr schön analysiert, was passiert wenn die Werbetreibenden zu eifrig werden.

Abschließend wäre nur noch zu erwähnen das es nicht nur an den Webseiten selber liegen wird, sondern auch an den Werbegiganten und Adserverherstellern. Sobald einmal adsense geblockt ist, wird dieses nicht mehr funktionieren. Hier müssen neue Ansätze mit variablen URLs oder ähnlichem angedacht werden.
Wobei ich mir allerdings sehr sicher bin … sobald es Google Schaden sollte, bin ich sehr gespannt auf die neue Werbestrategie.

Weiterführende Links:
d3xt3r
Adblock Plus Blog
Blocking via Hosts file

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2 Responses to “Werbung versus Adblock”

  1. Sebastian Says:

    Schöner Artikel über die täglichen Probleme mit den Usern :)
    Eigentlich steht man privat auf der gleichen Seite und möchte keine Werbung haben (oder nur so das sie einem nicht stört) aber anderseits verdient man damit sein Geld.
    Erinnert mich etwas an die Hacker, die als Angebot anstelle Knast nun beim FBI arbeiten.. ;)

    Ich glaube mit deinem letzten Satz hast du vollkommen recht. Sobald Google merkt das sie 2% weniger Gewinn machen wird die Strategie überdacht bzw ein neues Feature eingeführt und zack nutzen es alle. Bestes Beispiel der Chrome-Browser. Dort wird mich Sicherheit nie ein “Ad-Blocker” als Plugin funktionieren ;)

  2. julian Says:

    Ich habe eigentlich nichts gegen Werbung, bis sie mich daran hindert den Content der Website zu nutzen. Zu Zeiten, wo noch rechts und links der Content-Spalte sich die Banner abwechselten, fand ich das in Ordnung. Aber wenn halt ein riesen Layer über die komplette Seite geht, dann klaut er mir meine Zeit.

    Ich bin jemand, der die Werbung schon fast gar nicht mehr sieht, aber wenn sie mal interessant ist, dann bemerke ich einen nicht-störenden Banner trotzdem. Bei den Layer klickt man sie ja schon aus Prinzip weg, weswegen Adblock einfach nur ein Segen ist^^

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